Am Samstag, den 15.06.2013 trafen sich 13 Teilnnehmer um 8.00 Uhr 
am Bahnhof in Penzberg um mit den Fahrrädern mit dem Zug um 8.32 Uhr nach Tutzing zu fahren. Die scheinbar große Zeitspanne von ca. 30 Minuten war für den Kauf der Fahrkarten notwendig. Am Tutzinger Bahnhof begann um 9:00 Uhr unsere geführte Fahrradwanderung:

Unser Referent war Herr Prof. Dr. Lammerer. Er konnte sogar noch Herrn Prof. Dr. Rolf Meyer mitbringen. Beide sind an der LMU München im Bereich der Geologie tätig. Herr Prof. Dr. Lammerer hatte uns zugesagt, uns mit einer Exkursion vor Ort
in die Erdgeschichte zu führen:
 
Die Relikte der letzten Eiszeit -
eine geologische Reise in die Vergangenheit: Fahrradwanderung von Tutzing nach Iffeldorf


Es handelte sich um eine Ganztagestour mit einer Länge von etwa 40 km, die wir in etwa 8 Stunden zurückgelegt haben. Zeitlich eingerechnet ist dabei die Mittagseinkehr in Bauerbach.
Wir begannen auf der Westseite des Tuzinger Bahnhofes und mussten uns den Ausblick von der Ilka-Höhe erst mal durch einen steilen Anstieg erarbeiten. Auf der Höhe bekamen wir mit Hilfe von Kartenmaterial und ausführlichen Erklärungen einen Überblick über die Eisbewegungen der letzten Eiszeit und welche Ziele wir an diesem Tag alle ansteuern wollten. Von dort ging es weiter über wenig befahrene Straßen und Feldwege über Monatshausen und Oberhirschberg zur Pähler Schlucht, in die wir hinabgestiegen sind. Trotz der Hochwasserschäden, die diesen Teil zur Urwaldexpedition machte (hochinteressant, aber trotzdem und gerade deshalb) konnten wir in Gesteinsschichten vordringen, die deutlich älter sind als die Moränenablagerungen der letzten Eiszeit. Da der eigentliche Weg teilweise zerstört ist, mussten wir mehrfach den Bach überqueren, was für uns Erwachsene nicht immer ganz leicht war (Kinder hätten ihre helle Freude daran gehabt!). Beim Wiederaufstieg auf einem anderen (nicht zerstörten) Weg erhielten wir von botanisch versierten Teilnehmern gleich noch verschiedene Hinweise auf botanische Raritäten der dortigen nicht gedüngten Wiesen, die seit den 1940er Jahren unter Naturschutz stehen, da sich dort etliche sog. Gletschermühlen befinden, die uns dann von unseren Referenten erklärt wurden. Die Fahrt ging über Diemendorf weiter nach Haunshofen. Unmittelbar vor Haunshofen findet sich der Protoyp eines Drumlin, dessen Entstehung, Form und Inhalt von unseren beiden Referenten sehr gut erklärt wurden. Kurz vor der Mittagsstation Bauerbach hatte leider ausgerechnet Hr. Prof. Dr. Meyer einen Plattfuß an seinem Fahrrad zu beklagen. Mit mehrfachem Aufpumpen konnten wir uns bis Bauerbach "retten", wo dann genug Zeit zum Flicken war. Nach der Mittagsstärkung ging es weiter über Jenhausen und die Hübschmühle und Ellmann Richtung Osterseen. Die geplante Besichtigung des Aufschlusses in Schwaig musste leider entfallen, da dieses Gelände mittlerweile nicht mehr frei zugänglich ist (eingezäunt und mit Hunden bewacht). So fuhren wir über die Lauterbacher Mühle am Westufer des großen Ostersees entlang. Am höchsten Punkt des Weges erhielten wir noch Erklärungen zur Marieninsel im See sowie über die Eishöhe und den Verlauf der Urloisach, die wohl eine Zeitlang über die Toteislöcher der Osterseen verlief. Natürlich besuchten wir auch die "Blaue Gumpe" am Südrand des Ostersees und fuhren zu unserem letzten Ziel, der Kiesgrube Iffeldorf, in der wir schön die geschichteten Schotter aus Flussablagerungen sowie die Oberkante der Moräne sehen konnten. Um die Exkursion ausklingen zu lassen, haben wir uns alle noch in den Biergarten eines Iffeldorfer Straßenlokals gemütlich zusammengesetzt.
Unser Endziel war der Bahnhof in Iffeldorf, von wo aus wir mit dem Zug zurückfahren hätten können. Aber letztlich sind fast alle mit dem Fahrrad nach Hause gefahren. Um ca. 20.00 Uhr waren wir dann wieder alle trocken zu Hause, bevor dann in der Nacht heftige Gewitter niedergingen.

Wir bedanken uns ganz recht herzlich für die engagierte und kompetente Führung durch die beiden Experten Hr. Prof. Dr. Lammerer, Weilheim, und Hr. Prof. Dr. Rolf Meyer, Starnberg, ohne die dieser Ausflug nicht möglich gewesen wäre.





Sonstige Teilnahmevoraussetzungen: Unterschrift, mit der die Teilnahmebedingungen an Veranstaltungen des Vereins für Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte akzeptiert werden (die Teilnahmebedingungen finden Sie hier); verkehrstüchtiges Fahrrad,


Empfehlungen um die Teilnahme zu einer schönen Erinnerung werden zu lassen: ausreichende Kondition mitbringen (wichtig! Es geht ziemlich bergauf und bergab!), je nach Wetterlage Sonnenschutz bzw. Regenschutz nicht vergessen, Getränke und ggf. eine Brotzeit für unterwegs mitnehmen, Fahrradflickzeug nicht vergessen, wer will sollte seinen Foto ebenfalls mitnehmen.



Teilnahme: 6,00 Euro / Schüler und Studenten 3,00 Euro / Kinder bis 14 Jahre und Mitglieder frei