Denkmalpreis für Herrn Georg Reichart, Penzberg

 

 

Am 25.04.2015 haben wir zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte unseren Denkmalpreis vergeben.

 

Der Preisträger ist Herr Georg Reichart, Eigentümer des Gebäudes der ehemaligen Glashütte in Penzberg-Glashütte bei Nantesbuch. Herr Reichhart hatte 1986 das Gebäude in einem sehr maroden Zustand gekauft. Aber statt es abzureißen hat er es in vielen Jahren mit einer großen Menge Eigenarbeit und auch Geldeinsatz restauriert, so dass das Gebäude heute wieder ein echtes Schmuckstück ist, auf welches man stolz sein kann.

 

Es ist ein Industriedenkmal der besonderen Art.

 

Dieses Gebäude und seine Geschichte war der Auslöser für einen Vortrag über die Glasherstellung im Oberland im November 2014 von Hr. Prof. Dr. Priesner bei uns. Als wir zusammen mit Hr. Priesner die Glashütte im Zuge der Vorbereitungen für diesen Vortrag besichtigen konnten, war schnell klar, dass der heutige Eigentümer, Herr Reichart unseren Denkmalpreis verdient hat.

 

Denn nicht alle wissen, dass Penzberg in der Vergangenheit neben einem Bergwerk auch für etwa 10 Jahre (bis 1854) eine Glashütte hatte. Diese hatte damals obendrein innerhalb Bayerns ein Alleinstellungsmerkmal: Sie hat die Rohstoffe des Glases nicht mit Holzkohle, sondern mit Kohle aus dem nahen Penzberger Bergwerk geschmolzen. Der Erbauer der Glashütte, Simon Freiherr von Eichthal war der Bruder des Besitzers des Penzberger Bergwerks. So blieb Zulieferung und Produktion in der Hand einer Familie. Der Quarzsand kam aus Quarzbichl.

 

Die Stationen des Hauses in Kurzform:

Vermutliche 1843/1844 Erbauung als Glashütte, Betrieb bis 1854.

1854 bis 1874: unbekannte Nutzung (vielleicht landwirtschaftlich genutzt als Scheune?)

1874 bis ca. 1951/1952 Gastwirtschaft (durchgehend) und Tanzsaal im 1. Stock (durchgehend) mit angegliederter Schnapsbrennerei (zeitweise) sowie Kegelbahn (zeitweise)

ca.1952 bis 1972: Wohnhaus

1972 bis 1980: Lagerhaus für Achterbahnen mit Entkernung im Inneren

1980 bis heute: Wohnhaus

 

Herr Reichhart hat es mit seinem Einsatz geschafft, dass wir noch heute von dieser reichhaltigen Geschichte einen Eindruck bekommen können, auch wenn das Haus schon seit vielen Jahren als Wohnhaus verwendet wird.

 

Die Feierstunde fand unter Beteiligung von 29 Personen und Presse im Gasthaus „Schöne Aussicht“ in Penzberg-Reindl am Samstag Nachmittag, den 25.04.2015 um 14:30 Uhr statt.

Auch die 1. Bürgermeisterin Fr. Zehetner, der 3. Bürgermeister Hr. Schmuck sowie zwei weitere Stadträte waren anwesend.

 

Das Programm des Nachmittags finden Sie hier.

 

Nach der Eröffnung referierte Herr Peren über die Geschichte des Hauses. Er hatte in verschiedenen Archiven nach Unterlagen über dieses Haus gesucht und fand auch Dokumente, die die Existenz einer Kegelbahn nachweisen, von der keiner der heute noch lebenden Personen etwas wusste. Der mit vielen Fotos angereicherte Vortrag war sehr kurzweilig und wurde am Ende mit Applaus bedacht.

 

Das komplette Referat finden Sie hier, allerdings ohne Bilder. Wer an den Bildern interessiert ist, der kann bei Hr. Peren einen Link mittels die Dropbox anfordern.

 

Wir hatten Hr. Reichart bei unserem Besuch bei ihm im Herbst 2014 (Vorbereitung für den Vortrag über die Glasherstellung) davon erzählt, dass wir in Archiven nach Bauplänen und weiteren Unterlagen über die Glashütte suchen möchten. Er hat sich darüber sehr interessiert gezeigt und gebeten, ihm die gefundenen Unterlagen nach dem Vortrag im November in Kopie zukommen zu lassen, was wir zusagten. Als wir ihm im November 2014 beim Vortrag nichts übergeben sondern ihn nur vertröstet hatten („wir haben Sie nicht vergessen, Sie bekommen die Unterlagen schon noch“), war er etwas enttäuscht. Natürlich konnte er nicht wissen, dass zu diesem Zeitpunkt schon lange fest stand, dass er unser nächster Denkmalpreisträger sein würde. Wir wollten uns für die Feierstunde der Denkmalpreisübergabe auch noch die Überreichung dieser alten Dokumente des Hauses aufsparen.

 

Nach seinem Referat über die Hausgeschichte überreichte Herr Peren zuerst die DVD mit den Unterlagen das Gebäude und anschließend die gerahmte Urkunde mit dem Preisgeld.

 

Danach folgten noch mehrere Fotos, teils für die Presse, teils für uns. Die Fotos zu dieser Veranstaltung finden Sie in unserer Fotogalerie.

 

Die Presse berichtete ebenfalls über dieses Ereignis. Die entsprechenden Beiträge finden Sie hier und hier und hier bzw. der gleiche Artikel in anderer Auflösung hier.

 

Die sehr schöne und gut gelungene musikalischen Begleitung des gesamten Nachmittags übernahm die Veeh-Harfengruppe der Musikschule Penzberg mit 6 Personen, denen wir an dieser Stelle nochmals unseren herzlichen Dank aussprechen.