Penzberg im 1. Weltkrieg

Am 20. Januar hatten wir einen Vortragsabend mit Hr. Prof. Dr. Heydenreuter, der über "Penzberg im 1. Weltkrieg" sehr lebendig referierte und auch von Erlebnissen seines Großvaters und seiner Großmutter berichtete, die beide den 1. Weltkrieg voll miterlebt hatten. Im Anschluss an seinen Vortrag gab der Referent den 39 Zuhörern Gelgenheit Fragen zum Thema zu stellen. Alles in allem war es ein sehr interessanter, gelungener und kurzweiliger Abend, für den wir dem Referenten auch auf diesem Weg herzlich danken wollen. Insbesondere hat uns das Interesse der Presse gefreut, die während des gesamten Vortrages anwesend war! Auch dafür bedanken wir uns nochmals.

Hier ist der im Penzberger Merkur erschienene Presseartikel

(Penzberger Merkur, 23.01.2012)

Bitte hier klicken

Zur Erinnerung hier unsere Vorankündigung:

 

Vortrag Dr. R. Heydenreuter am Freitag, den 20.1.2012, 19.30
im Saal des Rot-Kreuz-Hauses in Penzberg, Winterstr.4

 

Teilnahme: 2 € /Schüler, Stud.: 1 € / Mitgl.: frei

 

Am 28. Juni 1914 starb in Sarajewo der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand unter den Schüssen eines serbischen Attentäters. Am 28. Juli  1914 erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg. Damit begann der 1. Weltkrieg. Bald standen auch deutsche und österreichische Soldaten, die wenig vorher im Penzberger Bergwerk  gearbeitet hatten, an den Fronten in Frankreich, Russland und Serbien. Als 1915 Italien in den Krieg gegen Deutschland und Österreich eintrat, gab es in Penzberg Ausschreitungen gegen die dort lebenden Italiener. Durch die vielen Nationen, die in Penzberg arbeiteten, wurde die Gemeinde zum Spiegelbild der Auseinandersetzungen auf dem Kriegsschauplatz. Das Bergwerk kam als kriegswichtige Institution bald unter militärische Oberaufsicht, was nicht verhinderte, dass sich dort gegen Ende des Krieges die politischen und sozialen Proteste immer mehr zuspitzten. Besonders der Hungerwinter 1917/18 ließ das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung schwinden und führte zu einer Radikalisierung des Protestes. Penzberg war eines der Zentren der antimonarchischen Bewegung in Bayern. Die Ausrufung der bayerischen Republik am 7/8. November 1918 wurde in Penzberg allgemein begrüßt.


Der gebürtige Penzberger, Professor Dr. Reinhard Heydenreuter, ist promovierter Jurist und Historiker. Er lehrt an den Universitäten Eichstätt und Passau als Professor für Neuere, Neueste und Bayerische  Geschichte. Der Vortrag wird besonders auf die Lage der Penzberger Bevölkerung während des 1. Weltkriegs eingehen und aufzeigen, dass die Sympathien für den letzten bayerischen König Ludwig III. schon lange vor Kriegsende geschwunden waren, da man ihn für die "Auslieferung" Bayerns an Preußen während des Krieges verantwortlich machte.

Mittlerweile hat das Britische Nationalarchiv die Frontberichte (Kriegstagebuch) online zugänglich gemacht. Darüber hat auch die Tagesschau berichtet: Diesen Bericht finden Sie hier.

Direkt zu den englisch-sprachigen Frontberichten geht es hier