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Kategorie: Archiv

Am 25.01.2013 hatten wir um 19.00 Uhr einen Vortrag über die Werdenfelser Flößerei auf der Loisach. Der Referent, Herr Josef Brandner aus Ohlstadt,  ist ein exzellenter Kenner der Materie und hat sich seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigt.

 

36 Zuhörer erlebten einen hochinteressanten Abend und der Referent hat völlig zu Recht am Ende viel und langanhaltenden Applaus bekommen.

 

In ca. 90 Minuten erfuhren wir etwas über den Wasserweg, die Loisach. Sie war ab Garmisch floßbar. Ihr gegenüber zeigt sich die Isar, die ab Mittenwald floßbar war, natürlich sehr viel wichtiger, dennoch waren die Werdenfelser als Untertanen des Fürstbistums Freising mit diesem Wasserweg mit ihrem Herrn verbunden. Die Bischöfe von Freising erhielten über die Loisach aus ihren Besitzungen in den Bergen benötigte Waren. Insbesondere das Holz und die Holzwirtschaft spielten dabei eine große Rolle.Die Regelungen, die damals für die Bauern bezüglich Holz galten, können als liberal und relativ großzügig angesehen werden.

 

Im zweiten Punkt wurde auf die verschiedenen Floßarten eingegangen: Bauernflöße, Zunftflöße und Amtsflöße und was jeweils darauf transportiert wurde. Die meisten Waren wurden nach München gebracht, ein Teil weiter bis zum Fürstbischof von Freising und nur ein kleiner Teil der Flöße fuhr weiter über die untere Isar bis in die Donau, teilweise bis Wien.

 

So manchen hat erstaunt, dass Flöße Einwegprodukte waren: sie wurden in den Bergen aus entsprechendem Holz hergestellt, dann zum Transport der Güter verwendet und am Bestimmungsort der Güter wurde das Holz gewinnbringend verkauft und der Flößer ging zu Fuß wieder nach Hause.

 

Dass die Flößerei ein gefährlicher Beruf war, ergibt sich aus zahlreichen Unglücksfällen. Die ersten Anfänge der Flößerei können bis ins 12. Jahrhundert in schriftlichen Quellen zurückverfolgt werden, der Niedergang der Flößerei im 19. Jahrhundert ergab sich nicht nur durch den Bau der Eisenbahn, sondern auch durch einen massiven Holzmangel in den Bergen und weitere Umstände wie verbesserte Straßenverbindungen und Fuhrwerke. 

 

Der Abend war eine hervorragende  Einstimmung auf unsere Exkursion im September zu Originalplätzen der Loisachflößerei! Wir danken Herrn Brandner sehr für diesen lebendigen und anschaulichen Vortrag.

 

Pressebericht im Tölzer Kurier am 7.3.2013; bitte hier klicken